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Unterstützung der Gemeinschaft

  


 
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ORTE ZUM ESSEN, WASCHEN UND SCHLAFEN 2011                                                     
9. Dezember 2010

In Rom wurde die neue Auflage des sogenannten "Michelinführers der Armen" mit dem Titel "Orte zum Essen, Waschen und Schlafen" vorgestellt.                                   

Das Buch in Taschenformat wird von der Gemeinschaft Sant'Egidio jährlich herausgegeben und verteilt, um den Armen und Obdachlosen das Leben zu erleichtern. Es enthält Adressen aller Hilfsangebote in der Stadt.

In Rom erscheint es in einer Auflage von 16.000 und wird vom Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik (Allgemeine Abteilung für Inklusion im Rahmen eines Projektes im europäischen Jahr der Armutsbekämpfung) und von der Handelskammer Rom gefördert. Weitere Ausgaben gibt es in Florenz, Genua, Mailand, Neapel und Pisa; in Europa auch noch in Barcelona und in Lateinamerika in Buenos Aires.

Auflage 2011:
215 Seiten
14 Kapitel
ca. 1000 Adressen

Die Vorstellung des Führers ist auch eine Gelegenheit, um über die Armut in Rom und über Analysen mit Daten zur Lage der schwächsten Bevölkerungsschicht nachzudenken. 

OBDACHLOSE IN ROM          Sendung auf TG3

Ca. 6000 Obdachlose leben in Rom.
Im Winter können in Nachtunterkünften der Kommune und von ehrenamtlichen ca. 2.700 Personen übernachten:
• 1500 Plätze in Pfarreien, bei ehrenamtlichen Vereinigungen oder Ordensleuten
• 1140 Plätze der Kommune Rom, von denen 600 nur bei Kältenotstand zur Verfügung stehen

• 2300  Personen finden keine Unterkunft in Zentren und schlafen auf der Straße oder in Notunterkünften.
• 1000 Personen leben in Hilfsunterkünften in der Peripherie Roms

15% sind Frauen, 80% Ausländer, von denen ca. 2.000 Flüchtlinge oder Asylbewerber sind.

ZAHELEN DER MENSA IN VIA DANDOLO UND DES ZENTRUMS "MENSCHEN DES FRIEDENS" (pdf)

KÄLTENOTSTAND

Die Gemeinschaft Sant'Egidio hat in Trastevere zusätzliche Unterkünfte als sofortige Antwort auf die winterliche Kälte zur Verfügung gestellt.
Das Zentrum verfügt über zwanzig Schlafplätze und nimmt im Winter Menschen auf, die normalerweise in Trastevere auf der Straße leben. Es befindet sich im Palazzo Leopardi an der Piazza Santa Maria in Trastevere.
Die Öffnung möchte Gefahren für das Überleben und die Gesundheit bei Menschen vermeiden, die schon durch das schwierige Leben in Obdachlosigkeit gefährdet sind.
Im vergangenen Jahr konnten über 50 Menschen vor der Kälte Schutz finden. Für jeden begann durch die Zeit im Palazzo Leopardi ein Weg der Wiedereingliederung, sodass sie nicht mehr auf die Straße zurückkehrten.
Wenn man im Winter eine Unterkunft vermittelt, rettet man das Leben derer, die auf der Straße leben.

KONSUM ITALIENISCHER FAMILIEN

 
Von 2008 bis 2009 sanken die Ausgaben für Lebensmittel und Getränke um 3%. Im Süden sanken die absoluten Ausgaben von 482 Euro (2008) auf 463 Euro (2009)
DIE ABNAHME BEZIEHT SICH AUF 40% DER BEVÖLKERUNG

39 %
(51%)*
Weniger Brotkonsum
51%
(70%)*
Weniger Fischkonsum
Über 65%
(53%)*
Weniger Lebensmittelkonsu
15%
(28%)*
Geringere Qualität

(Quelle: Istat)* = für Familien aus den 10% der Bevölkerung mit geringstem Einkommen
ZAHLEN ÜBER WOHNUNGSNOTSTAND IN ITALIEN
 
Unerledigte Anträge auf Sozialwohnungen
 600.000
Wohnungsverlust in den vergangenen 5 Jahren
 150.000
Wahrscheinlicher Wohnungsverlust 2011-2013
 175.000
Abgelaufene Verträge
 750.000
Junge Erwachsene, die noch bei der Familie leben (25-39 Jahre)
3.386.000
Immigranten in überfüllten Unterkünften
2.000.000
Obdachlose in unzureichenden Wohnungen
     20.000
Hausbesitzer, die ihren Kredit nicht tilgen können
   400.000
Studenten außer Haus
   600.000
Alte Menschen ohne Zentralheizung oder eigene Heizung
   800.000
Quelle: Angaben auf der Grundlage der Zahlen von SICET CISL-SUNIA
 
WOHNUNGSNOTSTAND IN ROM

Rom scheint in allen Bereichen den Primat innezuhaben. Vor allem beim Wohnungsverlust.
Die Hauptstadt hat unter den Millionenstädten die höchste Zahl von Wohnungsräumungen (1/191), dagegen 1/691 in Mailand und 1/451 in Turin. In Italien liegt es nach Florenz, Novara und Modena beim Wohnungsverlust an vierter Stelle. Die meisten verlieren die Wohnung wegen Zahlungsverzögerung, wie man den Zahlen über Wohnungsverlust aus dem Innenministerium entnehmen kann. Beeindruckend ist die Zahl von 2009, dass der Wohnungsverlust wegen Mietrückständen dreimal höher ist als der Wohnungsverlust wegen Ablaufs des Mietvertrages.
Die Mietunterstützung der Stadt Rom konnte offensichtlich nur eine kleine Gruppe der in Mietverzug geratenen Bürger helfen. In Italien finden heute täglich ca. 200 Wohnungsräumungen statt, davon allein in Rom 28 (10 weil der Mietvertrag abgelaufen ist und kein "Schutzstatus" vorhanden ist und 18 wegen Mietschulden). Auch in Rom hat die Zahl der Besitzer zugenommen, doch das hat zu zahlreichen Schwierigkeiten geführt.
Die Zahl der Hausbesitzer in Rom liegt im nationalen Trend, sie nahm von 2001 bis 2009 von 666.984 auf ca. 900.000 (75%) zu. Doch die Römer sind im italienischen Vergleich am höchsten verschuldet (ca. 24.000 Euro pro Familie). In Rom ist auch die Zahl der Bürger mit "Finanzproblemen" am höchsten (12,2% im Vergleich zu 2,8% landesweit). 2008 lagen die Kredite der Römer bei der Rekordsumme von 7,2 Milliarden Euro. Diese Zahl muss in Zusammenhang mit der zunehmenden Problematik auf dem Arbeitsmarkt verstanden werden. Allein 2009 sind 220.000 befristete Arbeitsverträge ausgelaufen. Täglich haben ca. 20 Römer ihren Arbeitsplatz verloren. Nach Mailand hat Rom die meisten verpfändeten Häuser (2.157), von 2007-2009 hat diese Zahl um 18,1% zugenommen und hatte damit insgesamt den größten Zuwachs.

Die alten Menschen in Rom
 
Die Zahl der über 65jährigen alten Menschen der Stadt Rom betrug am 1. Januar 2009 608.735 bei einer Gesamtbevölkerung von 2.834.821. Das sind 20% der Wohnbevölkerung. Davon sind 288.233 über 75 Jahre alt und 67.228 über 85 Jahre. Die Bezirke mit den hilfsbedürftigsten alten Menschen sind XVII, I, III, IX und VI.
Eine ganzheitliche häusliche Betreuung besteht fast überhaupt nicht. Der einzige integrative Gesundheitsdienst ist der Mieterschutz, der in ganz Rom 845 alte Menschen betreut hat (Zahl von 2008).
Nach Schätzungen sind 27.365 der über 65jährigen alten Menschen pflegebedürftig. 17.829 pflegebedürftige alte Menschen werden in Rom durch keinen Dienst betreut[1].
Das Sozialzentrum der Gemeinschaft Sant'Egidio in Via Anicia wird zu 45,8% von alten Menschen genutzt. 11,8% sind über 80 Jahre alt, 8 Personen über 90. Sie kommen aus ganz Rom, auch aus der Peripherie.
EINE AUSWEITUNG
Das Programm "Es lebe, wer alt ist!" ist im Stadtzentrum von Rom, in Testaccio, Trastevere und nun auch in Esquilino tätig. Dabei wurde festgestellt, dass 12% der in den drei Stadtvierteln registrierten alten Menschen, die alle über 75 Jahre alt sind (bei einer Gesamtzahl von ca. 4.500 also 540 alte Menschen), niemanden haben, auf den sie sich verlassen können, weder einen Mitbewohner noch einen entfernten Verwandten, einen Nachbarn, einen sympathischen Pförtner oder einen Verkäufer des Vertrauens, bei dem sie ihre Einkäufe tätigen. Sie leben also in großer sozialer Isolation und sind damit auch auf gesundheitlicher Ebene gefährdet.
Wenn man diese Prozentzahl auf die über 75jährigen der ganzen Stadt Rom übertragen würde, wären ca. 30 bis 35.000 alte Menschen vollkommen vereinsamt.
In einigen Stadtvierteln, z. B. Torpignattara und Esquilino, ist der Prozentsatz der alten Menschen sehr hoch (über 20%), wie auch die Zahl der Ausländer.


[1] Schätzung ISTAT

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