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Unterstützung der Gemeinschaft

  
15 Juli 2015 | BRÜSSEL, BELGIEN

Sant'Egidio organisiert einen runden Tisch im Europäischen Parlament, um den Demokratisierungsprozess in der Zentralafrikanischen Republik zu unterstützen

 
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Wenige Monate vor der von Papst Franziskus im geplanten Reise nach Bangui hat die Gemeinschaft Sant'Egidio einen runden Tisch zur Krise in der Zentralafrikanischen Republik organisiert. Die Konferenz fand im Europäischen Parlament in Brüssel in Zusammenarbeit mit dem Abgeordneten Louis Michel (Gruppe Alde), dem Sondergesandten der Frankophonie für die Zentralafrikanische Republik (CAR).

Die Konferenz wollte einheimischen Gesprächspartnern wenige Monate vor den Präsidentschaftswahlen das Wort geben, denn es besteht die Gefahr, dass sie auf einen späteren Termin als den vorgesehenen Oktober verschoben werden. Die Übergangspräsidentin von Zentralafrika, Catherine Samba-Panza, hat durch den Botschafter der Zentralafrikanischen Republik in Brüssel, eine Dankbotschaft an die Gemeinschaft Sant'Egidio für die dauerhaften Bemühungen um Frieden und Versöhnung in ihrem Land übermittelt.

Louis Michel sagte, dass Zentralafrika in Gefahr ist, ein von der internationalen Gemeinschaft verwaistes Land zu werden. Außer von Frankreich gibt es kaum Interesse der internationalen Gemeinschaft für dieses Land, obwohl es für die geopolitische Stabilität Afrikas von großer Bedeutung ist. Er hob jedoch hervor, dass die Europäische Union schon über 530 Millionen Euro für die Zentralafrikanische Republik ausgegeben hat. Michel brachte seine deutliche Unterstützung für eine Durchführung der Wahlen vor Ende des Jahres zum Ausdruck, auch wenn nicht alles "perfekt" sein sollte. Dadurch soll eine demokratisch legitimierte Regierung ins Amt kommen. Er beklagte auch die von ihm als "wenig qualifiziert" bezeichnete "politische Klasse der Zentralafrikanischen Republik".

Prosper N'Douba, der Chefredakteur von "Centrafrique-presse", sagte, dass das Problem der "Qualität" auch durch die endemische Armut des Landes in seiner Geschichte bedingt ist. Daher benötigen die politischen Machthaber Fortbildungen und Praxis. Er erinnerte an die zentrale Rolle der Gemeinschaft Sant'Egidio, die mehrere Male einige Hauptakteure der zentralafrikanischen Krise an ihrem Sitz in Rom versammelt hat. Er hob die Bedeutung des in Sant'Egidio in Rom unterzeichneten "Paktes der Republik" hervor. 

Christophe Bremaidou, der ehemalige Minister für Wirtschaft und Finanzen, sprach über die Bedeutung der Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft vor allem im Hinblick auf die Organisation von transparenten und demokratischen Wahlen. Er ist der Meinung, dass Bangui sicherer geworden ist, dass jedoch viele Kinder und Jugendliche noch bewaffnet sind

Youssoufa Silla, ein Wirtschaftsvertreter und Experte des PNUD in Bangui, erklärte, dass die Wirtschaftslage im Land leicht verbessert ist. 2015 soll es Zeichen für eine wirtschaftliche Erholung geben. Für ihn ist der Neuaufbau der zentralafrikanischen Armee und des Rechtssystems grundlegend.

Ibrahim Hassan Frede, der Sprecher der Islamgemeinde der Zentralafrikanischen Republik, erklärte, dass die Muslime der Zentralafrikanischen Republik in doppelter Weise Opfer der Lage sind wegen der Gewalt der Anti-Balaka-Milizen, aber auch wegen der islamischen Milizen der Seleka, mit denen die Islamgemeinde nichts zu tun hat. Er sprach über die schwierige Lage der vielen Flüchtlinge, vor allem im Tschad, aber auch über die schwierige Lage in den Stadtrandvierteln der Hauptstadt Bangui, "wo Unsicherheit herrscht wegen Drogen und die Verbreitung von Waffen". Er beklagte, dass die muslimischen Gläubigen aktuell nicht mehr die Friedhöfe besuchen können, was sie dazu zwingt, ihre Toten unter unwürdigen Bedingungen zu bestatten. 

Am Ende betonte Mauro Garofalo, der Verantwortliche für internationale Beziehungen der Gemeinschaft Sant'Egidio, dass der Wunsch nach Frieden den Rachedurst besiegen kann, wie es schon in Mosambik, der Elfenbeinküste und vielen anderen afrikanischen Ländern geschehen ist.

Seiner Meinung nach ist die Zukunft der Zentralafrikanischen Republik nicht die Suche nach einer künstlichen Uniformität, "weil dieses Land niemals homogen war, werder politisch noch ethnisch oder religiös, sondern nur linguistisch". Abschließend sprach er über den Einsatz von Sant'Egidio für Frieden und Versöhnung an der Seite des zentralafrikanischen Volkes: "Die Zukunft der Zentralafrikanischen Republik ist das Zusammenleben. Jeder muss lernen, die Schwierigkeiten zu überwinden, die ihn von anderen trennen. Dazu gibt es keine Alternative."

Alle Teilnehmer sprachen von der historischen Bedeutung des Besuchs von Papst Franziskus, der mit den Worten von Mauro Garofalo, "auf seinen Reisen vor allem die Peripherien der Welt auswählt".


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