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21 Januar 2009

Paris: eine Delegation der Gemeinschaft Sant'Egidio bei der Beerdigung von Olivier Clément. Das Grußwort von Andrea Riccardi

 
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Eine Delegation der Gemeinschaft Sant'Egidio aus Rom und Paris hat gestern an der Beerdigung von Olivier Clément in der russisch-orthodoxen Kirche Saint Serge in Paris teilgenommen.



Wir veröffentlichen die Rede von Andrea Riccardi am Ende der Feier.

Die Rede von Andrea Riccardi --> FR


Die Liturgie enthält die Klage, den Dank, das Schweigen. Meine Worte können dem nichts hinzufügen. Ich möchte mich nur vor dem Leben von Olivier Clément verneigen, aber auch vor der Kirche, die ihn genährt hat, vor seiner Ehefrau Monique, die ihn mit Ausdauer bis zur Schwelle begleitet hat, nach der man nur allein weitergeht, vor seiner Familie, seinen Freunde und vor der Welt des Glaubens und der Kultur, in der er lebte.


Clément war kein bedeutender Mann, wenn man damit eine Art Macht verbindet: Sein Leben war nüchtern, bescheiden, manchmal am Rand. Doch nach einer intensiven Suche hat er die Kraft der Verklärung gefunden. Er hat verstanden, dass man auf dem Weg des Herzens mehr als jede Macht im Mittelpunkt steht. Seine Macht war die Macht des Wortes, der Schrift, der Freundschaft. Dadurch hat er vielen geholfen, mehr als wir wissen. Ich möchte Zeugnis geben für dieses Leben in der tiefen Freundschaft mit mir und der Gemeinschaft Sant'Egidio, auf deren Grundlage er sein letztes Buch geschrieben hat. Wir können hinzufügen - das haben wir auch geschrieben - dass die Kraft seiner Freundschaft und seiner Worte vielen geholfen hat, dass sie Horizonte geöffnet und Brücken errichtet hat. Doch es ist hier nicht der Augenblick, um darüber zu sprechen.

Jedes Leben ist einmalig: in seinem Leben wehte der Geist großer Lehrer der russischen Emigration mitten in seinem Sein als einer, der im Westen mit französischer Abstammung lebte. Dadurch war er fähig, mit zwei Lungenflügeln zu atmen und zu sprechen und gleichzeitig die Unterschiede zu verstehen, ohne passiv die kalte Distanz, die gegenseitige Ignoranz und den Konflikt zu akzeptieren. Daher war sein Leben noch mehr als sein vielfältiges Werk das Leben eines Mannes der Einheit ohne einfache Irenik. Persönlich hat er die Logik des Gebens und der Kommunion kennen gelernt. Er kannte die Bedeutung der Einheit und des Friedens als einer, der das Drama des Krieges erlebt hatte; aber auch als ein bedeutender Europäer, der nie darauf verzichtete, das eigene Land in einer weiteren Perspektive und damit so universal wie möglich zu betrachten.

Er hat nicht aufgehört, in einer Zeit von resigniertem Realismus angesichts der Zukunft auf eine bessere Welt zu hoffen. Während der Revolte der 68er Jahre fing er an, auf den Patriarchen Athenagoras, einen großen Meister der alten Tradition, zu hören und dadurch besser zu verstehen, dass es ohne Tradition keine Neuheit gibt. Deshalb sprach er von der Revolte des Geistes. Das spürte man auch in den letzten Gesprächen, als er mittlerweile zum Eremiten geworden war und wirklich Interesse für die Nachrichten, die Leiden der Welt und die Zögerlichkeit der Christen zeigte und unter dem Fehlen von Hoffnung litt. Man verstand, dass der Pessimismus einen Menschen bedrückte, der sich nicht bewegen konnte, doch nie zu hoffen aufhörte.

Ich möchte ihm, dem Herrn, seiner Familie und der Gemeinde, die für ihn Mutter und Begleiterin war, meinen Dank für das Geschenk seiner richtungsweisenden, in die Tiefe gehenden und liebevollen Freundschaft zum Ausdruck bringen. Jetzt ist nicht der Moment, um eine Bilanz zu ziehen, sondern um über die Leere des Todes nachzudenken, die uns drängt, Zeichen und Verheißungen von Auferstehung in seinem Leben zu suchen. Während sein Leben in Würde schwächer wurde, habe ich bei den Besuchen der letzten Jahre, in der Mühe des Sprechens und in der objektiv schwierigen Lage eine Schönheit wahrgenommen, die anziehend für mich war: die Schönheit eines Mannes, der das Leben sehr liebte, doch der dem Tod als Übergang ins Auge blickte. Es war die Schönheit eines Christen, der alt geworden ist und der in den Armen des Herrn klein wird.


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