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2 März 2013 | ROM, ITALIEN

Eine Frau gegen das Böse: Sr. Maria Restituta Kafka, Märtyrerin im Nationalsozialismus

Ihr Kreuz wird dem Gedenkort St. Bartholomäus auf der Tiberinsel bei einer Liturgie am 4. März übergeben. Den Vorsitz übernimmt Kardinal Christoph Schönborn, der Erzbischof von Wien

 
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Der Gedenkort an die Glaubenszeugen und Märtyrer des 20. und 21. Jahrhunderts in der St. Bartholomäusbasilika auf der Tiberinsel wird durch das Kreuz von Restituta Kafka bereichert, die als Ordensfrau Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete

Am 4. März 2013 findet um 19.30 Uhr in der St. Bartholomäusbasilika auf der Tiberinsel, dem Gedenkort an die Glaubenszeugen des 20. und 21. Jahrhunderts ein Wortgottesdienst unter dem Vorsitz von Kardinal Christoph Schönborn, dem Erzbischof von Wien, statt.

Bei der Feier werden die Franziskanerinnen von der christlichen Nächstenliebe der St. Bartholomäusbasilika ein kleines Kreuz übergeben, das Sr. Maria Restituta Kafka am Gürtel ihres Gewandes trug, die 1943 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Die "Reliquie" wird in der Kapelle zum Gedenken an die Märtyrer des Nationalsozialismus aufbewahrt werden.

Sr. Restituta war eine mutige und starke Frau, sodass sie sogar Schwester Resolut genannt wurde. Sie war leitende Krankenschwester in einem österreichischen Krankenhaus, als der Nationalsozialismus die Macht übernahm, und widersetzte sich standhaft den antireligiösen Maßnahmen des Regimes, wobei sie die Rechte der Schwachen und Kranken verteidigte und von Frieden und Demokratie sprach.

Schließlich wurde sie von der SS verklagt, gefangen genommen und dann am 30. März 1943 im Alter von 51 Jahren enthauptet.

Sie ist die einzige Ordensfrau, die von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Johannes Paul II. hat sie 1998 seliggesprochen.

 

Weitere Informationen: Das Leben der Seligen Maria Restituta Kafka


Sie wurde am 1. Mai 1894 in Brno-Husovice, dem heutigen Tschechien, in einfachen Verhältnissen als Elena Kafka geboren und wuchs in Wien auf. Dort arbeitete sie im neuen Krankenhaus von Wien-Lainz mit den Franziskanerinnen von der christlichen Nächstenliebe. 1914 trat sie in den Orden ein. Im Noviziat erhält sie den Namen "Schwester Maria Restituta" (lat. die Zurückgegebene). 1919 bis 1942 ist sie im Krankenhaus von Mödling in der Nähe von Wien tätig, wo sie leidende Krankenschwester im Operationssaal und der Anästhesie wurde. Sie wurde wegen ihrer beruflichen Erfahrung geschätzt und wegen ihrer menschlichen Sensibilität geliebt, aber auch wegen ihres energischen Charakters gefürchtet. Daher wurde sie schon bald als "Schwester Resoluta" (die Resolute) bezeichnet.

1938 fand der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland statt. Restituta erkannte sofort den antichristlichen und unmenschlichen Charakter des Nationalsozialismus. Ohne Zögern setzte sie sich von Beginn an für Gerechtigkeit und Würde der Person in ihrem Arbeitsbereich ein. In den folgenden Jahren hängt sie Kreuze in der neuen chirurgischen Abteilung auf und weigert sich, sie abzunehmen, denn dem Hakenkreuz Hitlers stellt sie das Kreuz Christi gegenüber. Der antireligiösen Unterdrückung der Nationalsozialisten stellt sie die Religionsfreiheit gegenüber und verbreitet auch ein "Soldatenlied", in dem von Demokratie, Frieden und einem freien Österreich die Rede ist. Zwei Nazifrauen aus dem Personal überwachen sie, dann wird sie von einem SS-Arzt verklagt, der schon länger eine Gelegenheit suchte, sie zu beseitigen.

Am 18. Februar 1942 (Aschermittwoch) wurde sie von der Gestapo verhaftet und vom Provinzgericht von Wien am 29. Oktober 1942 zum Tod verurteilt. Am 30. März 1943 wurde Sr. Restituta enthauptet und ist damit die einzige Ordenfrau, die vom nationalsozialistischen Regime zum Tod verurteilt und nach einem Gerichtsprozess hingerichtet wurde. Am 21. Juni 1998 wurde Sr. Restituta in Wien (auf dem Heldenplatz) von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Die Selige Maria Restituta ist die erste Märtyrerin Österreichs.

Ab dem 4. März 2013 gehört die Selige Restituta zur Schar der Märtyrer und Glaubenszeugen, von denen eine Reliquie oder ein Gedenkgegenstand in Rom in der St. Bartholomäusbasilia auf der Tiberinsel aufbewahrt wird, dem Gedenkort an die Märtyrer und Glaubenszeugen des 20. und 21. Jahrhunderts, den Johannes Paul II. der Gemeinschaft Sant'Egidio anvertraut hat.

Als Reliquie von Sr. Restituta wurde das Kreuz ihres Rosenkranzes ausgewählt, den sie am Gürtel ihrer Ordensgewandes trug.

Gedenktag: 29. Oktober (Tag des Todesurteils)

Weitere Informationen auf  www.sanbartolomeo.org


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