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I. Station


 
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I. Station
Der Verrat und die Freundschaft

Als die Stunde gekommen war, begab er sich mit den Aposteln zu Tisch. Und er sagte zu ihnen: Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen. Denn ich sage euch: Ich werde es nicht mehr essen, bis das Mahl seine Erfüllung findet im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, sprach das Dankgebet und sagte: Nehmt den Wein, und verteilt ihn untereinander! Denn ich sage euch: von nun an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes kommt. Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird. Doch seht, der Mann, der mich verrät und ausliefert, sitzt mit mir am Tisch. Der Menschensohn muss zwar den Weg gehen, der ihm bestimmt ist. Aber weh dem Menschen, durch den er verraten wird. Da fragte einer nach dem anderen, wer von ihnen das wohl sei, der so etwas tun werde. Es entstand unter ihnen ein Streit darüber, wer von ihnen wohl der Größte sei. Da sagte Jesus: Die Könige herrschen über ihre Völker, und die Mächtigen lassen sich Wohltäter nennen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern der Größte unter euch soll werden wie der Kleinste, und der Führende soll werden wie der Dienende. Welcher von beiden ist größer: wer bei Tisch sitzt oder wer bedient? Natürlich der, der bei Tisch sitzt. Ich aber bin unter euch wie der, der bedient. In allen meinen Prüfungen habt ihr bei mir ausgeharrt. Darum vermache ich euch das Reich, wie es mein Vater mir vermacht hat: Ihr sollt in meinem Reich mit mir an meinem Tisch essen und trinken, und ihr sollt auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.  
Simon, Simon, der Satan hat verlangt, dass er euch wie Weizen sieben darf. Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du dich bekehrt hast, dann stärke deine Brüder. Darauf sagte Petrus zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Jesus erwiderte: Ich sage dir, Petrus, ehe heute der Hahn kräht, wirst du dreimal leugnen, mich zu kennen. Dann sagte Jesus zu ihnen: Als ich euch ohne Geldbeutel aussandte, ohne Vorratstasche und ohne Schuhe, habt ihr da etwa Not gelitten? Sie antworteten: Nein. Da sagte er: Jetzt aber soll der, der einen Geldbeutel hat, ihn mitnehmen, und ebenso die Tasche. Wer aber kein Geld hat, soll seinen Mantel verkaufen und sich dafür ein Schwert kaufen. Ich sage euch: An mir muss sich das Schriftwort erfüllen: Er wurde zu den Verbrechern gerechnet. Denn alles, was über mich gesagt ist, geht in Erfüllung. Da sagten sie: Herr, hier sind zwei Schwerter. Er erwiderte: Genug davon!
(Lk 22,14-38)


Duccio di Buoninsegna
Das letzte Abendmahl


"Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen." Diese Worte Jesu dringen bis zu uns und erklären vielleicht, warum wir uns manchmal in unserem Leben an seinem Tisch eingefunden haben. Nicht durch Verdienste, aus eigener Kraft oder Fähigkeit, sondern durch den brennenden Wunsch des Herrn. Er hat sich sehr danach gesehnt, das Abendmahl mit den Seinen zu halten. Er war es, der nicht allein an diesem Tisch sitzen wollte. Das ist paradox, aber es ist wirklich so. Während viele von uns sich schämen würden zuzugeben, dass sie nicht allein sein wollen, verbirgt Jesus, der alles vermag, diesen Wunsch nicht. Auf diese Weise ist seine Einladung bis zu uns gedrungen.

Er hat sich mit allen an den Tisch gesetzt, auch mit dem, der ihn verraten hat. Er nahm Brot, sprach das Dankgebet und gab es ihnen, ebenso tat er es mit dem Kelch. Sie waren zusammengekommen, um das Paschafest zu leben, und Jesus sprach, damit sie die große Gabe des Mahles mit ihm verstanden. Sein Wort machte sie betroffen und verwirrte sie, sie begannen, sich gegenseitig zu fragen. Das Wort Jesus führt dazu, dass sich die Gemeinschaft am Tisch Fragen stellt. Das Wort des Herrn dringt bis in die Tiefe des Herzens und des Lebens. Es macht uns zu Zeitgenossen der Ereignisse, die an diesem Tisch und bei der Leidensgeschichte des Herrn geschehen sind. Oft erschrecken wir darüber, ihm so nahe zu sein. Wir erschrecken neben diesem Herrn, der in Jerusalem sein Paschafest erlebt. Diese Erschrockenheit wird darin deutlich, wie schwer es uns fällt, ihm in diesen Stunden nachzufolgen, in denen seine Lehre immer weniger aus Worten besteht und immer mehr aus Leben, das von ihm selbst gelebt wird. Deshalb bricht aus Jesus angesichts des Verhaltens der Jünger hervor: "Genug davon!"

Warum? Obwohl diese Jünger ihm so nahe gewesen sind und sein Wort so oft gehört haben, verstehen sie nicht, was mit ihm geschieht. Es war, als ob ihr Herz hart geworden wäre. Sie konnten nicht verstehen oder vielleicht wollten sie nicht verstehen. Jesus hatte sie an den Tisch zu sich gerufen, um das zu erklären, was vor sich ging. Es war eine schwierige und tragische Stunde, die Stunde, in der er von diesem Leben in den Tod hinübergehen würde. Er versuchte, ihnen mit seinen Worten den Sinn der dramatischen Stunde zu erklären: "An mir muss sich das Schriftwort erfüllen: Er wurde zu den Verbrechern gerechnet. Denn alles, was über mich gesagt ist, geht in Erfüllung."

Sie waren bei ihm, sie saßen mit ihm zu Tisch, aber sie waren weit weg und verstanden nicht. Sie näherten sich ihm und sagten: "Herr, hier sind zwei Schwerter." Sie wollten sich verteidigen, falls es notwendig werden würde. Dieses "Genug davon!" drückt das Gefühl Jesu gegenüber den Seinen aus, die sich immer noch schwer taten zu verstehen, was es bedeutet, Jünger zu sein. Dieser Schrei dringt bis zu uns. Er drückt die Liebe eines Meisters aus, der gedemütigt wird, weil er nicht verstanden wird, obwohl er schon so lange gelehrt hat. Er drückt den Schmerz eines Freundes aus, der sich wirklich nicht verstanden fühlt.

Wir wissen nicht, wann die Jünger die Schwerter gekauft hatten, wo sie sie aufbewahrt hatten oder ob sie sie in ihren Vorratstaschen aus Galiläa für den Fall mitgenommen hatten, dass sie sich verteidigen mussten. Doch es ist besorgniserregend, dass es versteckte Schwerter in den Vorratstaschen, im Herzen, im Leben der Jünger gibt. Diese Schwerter sind offensichtlich ein Zeichen für das Misstrauen und die Gewalt, die in ihren Herzen weiterhin vorhanden sind. Sie machen deutlich, dass sie nicht auf das Wort des Herrn vertrauen, das das einzige wahre Schwert der Gläubigen ist. Und bei den Jüngern zeigen sich oft Zorn und Streiterei.

Tatsächlich bricht unter ihnen ein Streit darüber aus, wer von ihnen wohl der Größte sei. Der Herr sagte: "Bei euch aber soll es nicht so sein." Wenn ein Streit darüber entsteht, wer wohl der Größte ist, ist das der Beweis dafür, dass die Jünger wirklich nicht verstanden haben, bei wem sie sich befinden. "Ich aber bin unter euch wie der, der bedient", sagt Jesus. Aber ganz im Gegenteil, es besteht die Gefahr, dass die Könige der Völker und die Mächtigen, die sich Wohltäter nennen lassen, am Ende ein Vorbild für die Jünger sind. Die Diskussion ist eine Art, dem Herrn den Rücken zuzukehren und nicht zu bemerken, dass er in unserer Mitte ist wie der, der den Tisch gedeckt hat und den Freunden die Füße gewaschen hat. Warum, so scheint Jesus zu fragen, diskutiert ihr in dieser Weise? "Ich aber bin unter euch wie der, der bedient." Aber die Jünger streiten untereinander.

Simon Petrus fühlt sich stark und glaubt, alles allein tun zu können. Der Herr hatte zu ihm gesprochen, damit sein Glaube nicht erlischt, wenn er wie Weizen gesiebt wird. "Herr, ich bin bereit, mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen", sagt der Apostel. Als Petrus das sagt, ist er ganz von seinem Mut und von sich selbst eingenommen. "Ich sage dir, Petrus, ehe heute der Hahn kräht, wirst du dreimal leugnen, mich zu kennen", erwidert ihm Jesus. Simon Petrus will seine Schwäche und seine Sünde nicht annehmen und durchleben ("der Satan hat verlangt, dass er euch wie Weizen sieben darf"). Dies wäre sein Weg, um sich dann bekehren zu können und schließlich seine Brüder zu stärken. Der reife Jünger ist der, der durch die Schwäche und die Begegnung mit der Kraft des Bösen hindurchgeht. Aber Simon Petrus antwortet: "Herr, ich bin bereit, mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen."

Sie verstehen den Herrn nicht, weil sie nicht die Armut und Einfachheit besitzen, auf sein Wort zu hören. Sie müssen noch etwas hinzufügen und diskutieren. In ihrer Mitte befindet sich auch der Schatten von Judas. Er sitzt am selben Tisch. Wer ist Judas? Er scheint das Böse schlechthin grobschlächtig auszudrücken, einer, der den Herrn für dreißig Silberstücke verkauft. Dieses Geld ist ein schmutziger Lohn, nicht würdig, dass man es im Tempelschatz aufbewahrt. Aus unserer Sicht scheint sein Verrat so vulgär, dass er dumm ist, es gibt keinen Grund dafür und bringt keinen Vorteil. Aber in Wahrheit zeigen sich in Judas die extremen Konsequenzen einer Atmosphäre von Misstrauen und Enttäuschung, die sich unter den Jüngern aufgebaut hatte: "Es entstand unter ihnen ein Streit darüber, wer von ihnen wohl der Größte sei." Die Gedanken von Judas gehen vom Wunsch aus, als Größter angesehen zu werden, die Schwierigkeiten und die Unzufriedenheit zu überwinden, indem er sich gegen die anderen durchsetzt. Judas zeigt den Wunsch, den anderen überlegen zu sein, es gefällt ihm, die anderen zu demütigen, es stößt ihn ab, wie die anderen zu sein. Als er den Ort ihrer Versammlung mit Jesus an diesem Tisch verlässt, gibt er der Sehnsucht Recht, endlich für sich selbst zu leben und das eigene Interesse zu suchen, koste es, was es wolle. Und man muss es nicht leugnen, Judas hat auch den Wunsch zu töten. Dieser mörderische Zorn erweckt bei uns den Eindruck, dass er weit weg von uns ist, ganz anders. Aber er ist gar nicht so anders. Auch in gewöhnlichen Leuten existiert der Wunsch, jemanden auszulöschen, der einem widerspricht oder einen in Unruhe versetzt. In vielen ist dieser Wunsch, die anderen zu beseitigen, wenn auch in gemäßigter und versteckter Weise.

Dieser Wunsch, einen so guten Menschen zu beseitigen, kann pervers erscheinen. Es ist der Wille, sich selbst und der Welt zu zeigen, dass es niemanden gibt, der besser ist als wir. Das ist nicht ungewöhnlich. Es gibt diesen Willen auch in der Welt, in der Stadt, in den Familien, in den Häusern, bei der Arbeit und leider auch in religiösen Erfahrungen. Er existiert im Leben. Er wächst manchmal unbewusst und verbündet sich mit Zorn und vielen Ängsten. Er wird zum Gruppenhass, dessen Daseinsberechtigung sich darin zeigt, gegen andere zu sein. Sicherlich ist dieser Wunsch normalerweise nicht gewalttätig wie bei Judas. Auch schwache Menschen haben manchmal in sich den Wunsch, Böses zu tun, den zu erniedrigen, der besser ist, oder ein gelebtes Zeugnis auszulöschen. Das sieht man bei der Menge.




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