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IV. Station


 
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IV. Station
Die Geschichte des Petrus

Darauf nahmen sie ihn fest, führten ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus folgte von weitem. Mitten im Hof hatte man ein Feuer angezündet, und Petrus setzte sich zu den Leuten, die dort beieinander saßen. Eine Magd sah ihn am Feuer sitzen, schaute ihn genau an und sagte: Der war auch mit ihm zusammen. Petrus aber leugnete es und sagte: Frau, ich kenne ihn nicht. Kurz danach sah ihn ein anderer und bemerkte: Du gehörst auch zu ihnen. Petrus aber sagte: Nein, Mensch, ich nicht! Etwa eine Stunde später behauptete wieder einer: Wahrhaftig, der war auch mit ihm zusammen; er ist doch auch ein Galiläer. Petrus aber erwiderte: Mensch, ich weiß nicht, wovon du sprichst. Im gleichen Augenblick, noch während er redete, krähte ein Hahn. Da wandte sich der Herr um und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das, was der Herr zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
(Lk 22,54-62)


Duccio di Buoninsegna
Die Verleugnung durch Petrus


Wenn es während der Leidensgeschichte einen Trost für Jesus gibt, dann ist es der Augenblick, als er sich umwendet und sieht, dass Petrus sich an die Worte erinnert, die er zu ihm gesagt hatte. Diesen Trost erfährt er im Haus des Hohenpriesters mitten im Hof. Petrus folgte Jesus von weitem, und es war richtig, dass er ihm in dieser Weise folgte, denn er war weit von ihm entfernt. Jesus wandte sich um und sah Petrus, er blickte ihn an, und als Petrus den Blick des Herrn sah, erinnerte er sich an seinen etwas lächerlichen Stolz. Kurz zuvor hatte er gesagt: "Herr, ich bin bereit, mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen." Vielleicht war Petrus derjenige, der auf den Diener des Hohenpriesters eingeschlagen hatte. Aber was bedeutet es, wenn man stark sein und siegen will, aggressiv sein und sich durchsetzen will, wenn man das Schwert verwendet oder gewalttätig ist?

Jetzt sehen wir, wie Petrus vor den Worten einer Magd erschrickt, die zu ihm sagt: "Der war auch mit ihm zusammen." Und ein anderer sagte: "Du gehörst auch zu ihnen." Und noch ein anderer sagte: "Wahrhaftig, der war auch mit ihm zusammen; er ist doch auch ein Galiläer." Diese wenigen Behauptungen reichten aus, Petrus zu beunruhigen, so dass er antwortete: "Mensch, ich weiß nicht, wovon du sprichst." Und dann krähte ein Hahn, wie es der Herr gesagt hatte.

Der Jünger nähert sich dem Herrn, wenn er wie Petrus bitterlich weint, weil er bemerkt, wie fern er ihm ist. Der Jünger des Herrn ist groß in seiner Schwäche. Er ist groß, wenn er sich vom Blick und den Worten des Herrn berühren lässt. Er ist ein wahrer Jünger, wenn er sich an die Worte erinnert, die der Herr zu ihm gesagt hat. Der Glaube lässt weinen. Die Tränen erscheinen nicht wie eine mutige Geste, sie sind vielmehr ein Ausdruck des Glaubens, eine Bitte um Verzeihung. Mit den Tränen blüht in Petrus der Glaube wieder auf.

Petrus ist einer von uns mit seinen Übertreibungen, mit seinem Selbstvertrauen und seiner Kraft. Und er ist auch einer von uns, wie er sich an die Worte Jesu erinnert, mit seinen Tränen.




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