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7 Januar 2012 | ROM, ITALIEN

Immigration und Integration: Fest im Asylaufnahmezentrum in Rom

Epiphanie mit der Gemeinschaft Sant'Egidio

 
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Sant'Egidio immigrazione festa 6 gennaio 2012 An Epiphanie hat die Gemeinschaft Sant'Egidio eine sechsjährige Tradition fortgesetzt und ein großes Fest im CIE (Asylaufnahmezentrum) von Ponte Galeria gefeiert (besser zwei Feste, da Männer und Frauen in dem Zentrum streng getrennt werden). Es ist das größte Zentrum zur Identifizierung und Abschiebung in Italien.

40 Italiener und Immigranten der Bewegung "Menschen des Friedens" traten durch das Gitter ein und waren mit Festutensilien "bewaffnet": Schmuck, spezielle Speisen wie Couscous, senegalesischer und nigerianischer Reis, marokkanische Süßigkeiten und italienische Spezialitäten, Trommeln und Gitarren. Für alle wurden Geschenke vorbereitet (Schlafanzüge, Mützen, der wichtige Führer "Gelegenheiten zum Essen, Schlafen, Waschen 2012", der hilfreich ist, wenn man das Lager verlassen kann).

Nach dem Verbot der Vorgängerregierung konnten zum ersten Mal mit ihnen auch Journalisten und Fernsehteams die Einrichtung betreten.

Bei den Tänzen, Liedern und dem guten Essen gab es auch rührende Augenblicke. Als nämlich Gloria, eine Christin aus Nigeria, das in diesen Tagen sehr von Gewalt betroffen ist, das Wort ergriff, sich bedankte und allen Gästen eine Zukunft in Frieden wünschte, "weil Jesus heute hier anwesend ist". Nach diesen Worten stimmten alle anwesenden Nigerianerinnen im Chor einen Hallelujagesang an.

Im Männerbereich kamen die meisten "Gäste" aus Nordafrika (Tunesien, Marokko, Ägypten), sowie aus vielen schwarzafrikanischen Ländern (Senegal, Elfenbeinküste, etc.).
Es sind viele leidvolle Geschichten, die an diesem Tag Trost erfuhren.

DER BERICHT DER NACHRICHTEN TG1 - VIDEO

Presseagentur ANSA:

BITTERES WEIHNACHTSFEST IM CIE IN ROM, ‚SCHLIMMER ALS IM GEFÄNGNIS', JÄHRLICHES FEST VON SANT'EGIDIO IM ZENTRUM ZWISCHEN HOFFNUNG UND VIELEN PROSTETEN (von Michele Esposito)

(ANSA) - Rom, 6. Jan. - "Wir können nicht mehr, wir möchten hier unbedingt raus". Dieser Hilferuf stammt von 5 Chinesen, die seit Monaten im CIE von Ponte Galeria leben müssen. Diese Worte wurden gewissermaßen von Mund zu Mund in den Räumen der Einrichtung weitergegeben und ruhig aber voller Überzeugung von den meisten der 190 ‚Bewohner' des Zentrums ausgesprochen. Für alle ist heute ein besonderer Tag, denn seit nunmehr 6 Jahren organisiert die Gemeinschaft Sant'Egidio ein großes Fest an Epiphanie mit ethnischen Speisen, Tänzen und Worten des Friedens. Durch die Anweisung aus dem Innenministerium vom vergangenen Dezember konnten in diesem Jahr die Tore des Zentrums auch für einige italienische Pressevertreter geöffnet werden; es ist ein Zeichen dafür, "dass sich etwas verändert", betont Paolo Ciani, ein Verantwortlicher für Immigration von Sant'Egidio. Es bleiben jedoch Zweifel an den Modalitäten und Zeiten dieser Art von "Verwaltungshaft" bestehen: "Es ist schlimmer als ein Gefängnis, es ist eine grundlose Haft, uns gegenüber gibt es keinen Respekt", protestiert Mohamed, 46 Jahre, ein früherer Straßenhändler. "Man kann nur bis zu einem bestimmten Punkt einen Vergleich mit dem Gefängnis herstellen", denn "es gibt ein Problem von Freiheitsberaubung, und deshalb verwundert uns der lange Aufenthalt hier bis zu 18 Monaten", erklärt Ciani und bezieht sich auf ein Dekret des ehemaligen Ministers Maroni, der die Aufenthaltsdauer im Identifikations- und Abschiebezentrum verdreifacht hat. "Es erscheint uns schwierig, eine Person in 18 Monaten zu identifizieren, wenn es in 6 Monaten nicht gelungen ist. Das erscheint als eine Strafmaßnahme", sagt er.

Auch der Direktor der CIE, Giuseppe Di Sangiuliano, ist nicht mit dem Dekret einverstanden. Er ist Mitglied der Vereinigung Auxilium, die sich um den Unterhalt des Zentrums kümmert: "Diese übertriebene Maßnahme hat die Spannungen vergrößert und höhere Sicherheitsmaßnahmen notwendig gemacht". Die Wellen scheinen sich mittlerweile beruhigt zu haben, doch unter den Bewohnern in Ponte Galeria bleibt die Bitterkeit einer beraubten Freiheit, das Gefühl, Unrecht zu erleiden, und die Furcht, dorthin zurückkehren zu müssen, von wo man geflohen ist.
Zum Beispiel leben dort zwei Frauen aus Nigeria, die schon 18 bzw. 17 Jahre in Italien leben: Es gab Probleme mit der Justiz, Widerruf der Aufenthaltsgenehmigung und Umsiedlung in die CIE. "Warum bekommen wir keine zweite Chance?", fragt sich eine von ihnen, während die andere einen Asylantrag gestellt hat und schon Monate abwartet: "Wenn ich nach Nigeria zurückkehre, bin ich erledigt. Ich bin katholisch und bin geflohen, weil ich verfolgt wurde".

Die Einrichtung umfasst zwei Mensen - für Männer und Frauen getrennt - Hunderte Unterkünfte, eine Kapelle und eine Moschee, ein Fußballfeld, ein Erste-Hilfe-Zimmer, das 24 Stunden geöffnet ist, und zahlreiche Berater. Viele haben schon Haftstrafen hinter sich, andere sind erst seit kurzem in Italien angekommen, wieder andere fragen sich, warum sie überhaupt dort sind.
"Ich bin in Italien geboren, meine Eltern sind Marokkaner, ich habe gearbeitet, doch hatte ich keine Aufenthaltsgenehmigung, das hat keinen Sinn", sagte die junge Nadia im römischen Dialekt, während sie mit anderen Bewohnern den Mitarbeitern von Sant'Egidio zuhört, die auch an den brutalen Mord an den chinesischen Vater und seine Tochter erinnern und eine interreligiöse Friedensbotschaft an sie schicken. Afrikaner, Maghrebiner, Südamerikaner, Ukrainer und Chinesen hören schweigend zu an einem Nachmittag mit viel Lächeln und Tänzen, bei denen man für einige Stunden die Angst und die tägliche Langeweile vergessen kann. (ANSA). Y66-PEN 06-GEN-12 20:39 NNN


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