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Unterstützung der Gemeinschaft

  
21 Februar 2012 | KIEV, UKRAINE

Kiew (Ukraine): Während in der Ukraine Kälte und Gleichgültigkeit Opfer unter den Obdachlosen fordern

organisiert Sant'Egidio Hilfe im Gedenken an die Romafrau Mila

 
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Über 100 Obdachlose haben in einer liturgischen Feier in der Demeevka-Kirche in Kiew an Mila und viele ihrer Freunde erinnert, die durch Kälte, Krankheit oder Gewalt auf der Straße gestorben sind. Die Gemeinschaft Sant'Egidio organisiert im siebten Jahr in Folge ein solches Gebetsgedenken.

Seit Beginn der Kälte in der Ukraine sind fast 150 Menschen gestorben, die meisten waren Obdachlose. Leider wird diese Liste immer länger.

In diesen Februartagen versucht die Gemeinschaft Sant'Egidio in Kiew diesen Menschen, die auf der Straße schlafen müssen, besonders nahe zu sein, und verteilt jeden Abend warmes Essen, Tee, Winterkleidung und Medikamente.

In einem Monat der Kälte wurden über 2.500 Mahlzeiten verteilt, ca. 250 Obdachlose haben Kleidung und Medikamente bekommen, drei von ihnen wurde geholfen, in die Wohnung ihrer Herkunftsorte zurückzukehren. Viele Einwohner Kiews haben sich der Hilfsinitiative angeschlossen: Manche haben warme Kleidung gespendet, andere haben ihre Zeit verschenkt und mit uns Lebensmittel verteilt. Besonders die Studenten haben sich eingesetzt und ein Verantwortungsgefühl und keine Gleichgültigkeit gegenüber denen gezeigt, die uns in diesen kalten Tagen um besondere Fürsorge bitten.

Iura Lifanse, der Verantwortliche der Gemeinschaft Sant'Egidio von Kiew berichtet: "Die Tradition, für die auf der Straße verstorbenen ein Gebet zu organisieren, begann 2006, als Mila erfror, mit der wir schon viele Jahre befreundet waren. Sie war eine Romafrau, die mit ihrer Familie aus Transkarpatien nach Kiew gekommen war, um zu arbeiten. In der Zeit der eisigen Kälte wurde sie aus der Wohnung vertrieben, die sie mit ihren Kindern in der Nähe von Kiew gemietet hatte. Sie konnte ihre Kinder bei einigen Verwandten unterbringen, doch sie schlief am Ende auf der Straße. In der ersten Nacht auf der Straße ist sie erfroren.
Der Tod von Mila war für uns eine Herausforderung und Anfrage, wie wir den Menschen, die sich in Kiew nicht selbst schützen können, Hilfen zum Überleben anbieten können. Der einzige Ausweg ist die Solidarität, die Hilfe und das Mitleid mit den Nächsten. Mila hätte überlebt, wenn sie jemand an jenem späten Abend nur aufgeweckt hätte und nicht gleichgültig vorbeigegangen wäre. Ihr Tod ist ein Vorwurf an uns alle".

Dieses Jahr fand das Gebet für die Verstorbenen im Gedenken an Mila und alle, die auf der Straße gestorben sind, zum ersten Mal in einer orthodoxen Kirche statt, deren Priester schon lange Obdachlose spirituell und materiell unterstützen. Pfarrer Pavel sagte: "Die Leute erfrieren auf Feldern oder in Wäldern, nur dreißig Meter von Häusern mit Heizungen. Diese dreißig Meter machen es nicht möglich, die menschliche Gleichgültigkeit zu überwinden! Das heutige Geschehen ist ein Anlass, dass die Menschen spirituell wachsen. Die Pfarreimitglieder sind dankbar, dass sie sich diesem guten Werk anschließen können".

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Für die Armen war dieses Gebet für die Verstorbenen eine besondere Gelegenheit, um für die eigenen befreundeten und verwandten Verstorbenen in einem freundlichen Umfeld zu beten und die Wärme eines familiären Klimas an diesem kalten Tag zu spüren. Sie sind dankbar für die Aufmerksamkeit und Unterstützung, die sie erfahren. "Danke, dass ihr uns nicht vergesst, denn mit euch fühlen wir uns gebraucht, denn ihr seid uns nahe in den schwierigsten Augenblicken unseren Lebens", sagte die siebzigjährige Sventlana, die seit über zehn Jahren auf der Straße lebt.

Am Ende des Gebets wurde jeder vom Priester gesegnet und bekam ein Ikonenbild vom Antlitz Jesu. Nach dem Gebet luden die Pfarreimitglieder alle Anwesenden zu einem Essen ein. Niemand musste hungrig fortgehen, jeder wurde an Seele und Leib gesättigt.

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