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26 Juni 2014

PRESSEMITTEILUNG

Die Krise im Irak verschlimmert sich, die christliche Bevölkerung ist auf der Flucht

Andrea Riccardi, der Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio: Sofortiges Eingreifen, um eine schreckliche humanitäre Katastrophe zu vermeiden

 
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ROM - "Alle Anstrengungen sind nötig, Eile ist geboten, um die Spirale der Gewalt zu beenden, die scheinbar das Ziel verfolgt, den Irak in verschiedene Teile zu spalten und das tausendjährige Leben der Christen in diesem nahöstlichen Land auszulöschen". Dieser dramatische Alarmruf kommt von Andrea Riccardi, dem Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio, während die Lage im Irak immer schlimmer wird.

Außerdem wird befürchtet, dass die Extremisten in den kommenden Stunden nicht nur die Stadt Karakosh einnehmen, sondern die gesamte Ebene von Ninive, eine bis vor kurzem relativ ruhige Region, in der ungefähr die Hälfe der im Irak verbliebenen Christen leben. Die Explosion extremistischer Gewalt läuft nicht nur Gefahr, ein Projekt der religiösen Integration und sozialen Entwicklung auf der Grundlage des Zusammenlebens und der Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen als Modell für das ganze Land endgültig zunichte zu machen, sondern auch die Christen endgültig von der geographischen Landkarte des Irak verschwinden zu lassen. Daher wendet sich Prof. Andrea Riccardi noch einmal mit einem Alarmruf an die Öffentlichkeit und fordert von der internationalen Gemeinschaft und der irakischen Regierung ein verantwortliches Handeln. Riccardi wendet sich auch an die humanitären Organisationen, dass "sie der fliehenden Bevölkerung sofort zu Hilfe eilen, die in Kurdistan lebt: die humanitäre Lage wird immer dramatischer. Sofortiges Handeln ist geboten!"

Es finden Kämpfe zwischen den kurdischen Milizen der Peshmerga, die die Stadt und die Dörfer der Ebene von Ninive verteidigen, und extremistischen Sunnitengruppen statt; es gibt viele Opfer. Die Bevölkerung von Karadosh ist auf der Flucht aus der durch Granateneinschläge zerstörten Stadt. Örtliche Quellen sprechen von 40.000 Menschen (fast die gesamte Bevölkerung der Stadt mit 50.000 Einwohnern und überwiegend syrische Christen), die in diesen Stunden auf dem Weg nach Kurdistan sind, aktuell befinden sie sich in Ankawa und der Hauptstadt Erbil. Die Bilder davon sind dramatisch. Tausende Menschen, Familien und Kinder lagern auf Straßen und in öffentlichen Gebäuden. Die aus Karakosh Vertriebenen kommen noch zu den Tausenden Flüchtlingen der letzten Monate aus Syrien hinzu (ca. 250.000 Menschen) und den neuen Flüchtlingen aus der Stadt und Region von Mossul (ca. 500.000 Menschen). Die humanitäre Lange im irakischen Kurdistan (mit ca. sechs Millionen Einwohnern) wird immer schwieriger. Es ist wirklich eine Katastrophe.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio begleitet die Entwicklung der Lage in der Provinz Ninive und im ganzen Irak seit langer Zeit. Sie hat aus Karakosh in diesen Stunden dramatische Hilferufe bekommen und bringt ihre Verbundenheit mit den Flüchtlingen und ganz besonders mit den Christen und den Kirchen der Region zum Ausdruck, "die in diesen Stunden großer Leiden die tatkräftige Solidarität und Verbunden spüren müssen".


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