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25 Januar 2015 | NIGERIA

Sant'Egidio ist eine Brücke, damit Nigeria in Frieden lebt

Im großen afrikanischen Land sind "Gebet, Arme und Frieden" der Weg, um die Gesellschaft des Zusammenlebens aufzubauen. Treffen in Jos, Lagos und Abuja

 
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Marco Impagliazzo besuchte Nigeria. Er traf in der Bundeshauptstadt Abuja die Gemeinschaften der Stadt und aus den Staaten Nassarawa, Niger und Enugu. Außerdem besuchte er das DREAM-Zentrum der Augustinerinnen von St. Vinzenz von Paul in Kubwa, in dem AIDS-Kranke behandelt werden, und traf abschließend den Erzbischof von Abuja, Kardinal John Onaiyekan.

Im Mittelpunkt des dreitägigen Besuchs stand ein Austausch über die Berufung zu einem friedlichen Zusammenleben in einem großen multiethnischen und multireligiösen Land wie Nigeria und die Berufung der Gemeinschaften, die drei von Papst Franziskus bei seinem Besuch in Sant'Egidio am 15. Juni 2014 aufgezeigten Wege zu leben: Gebet - Arme - Frieden.

 Am Freitag war Impagliazzo in Jos, der Märtyrerhauptstadt des Staates Plateau, wo es im vergangenen Jahrzehnt häufig zu blutigen Auseinandersetzungen mit ethnischem, politischem und religiösem Hintergrund gekommen ist. Dort traf er die Gemeinschaften von Plateau und Kaduna. Beeindruckend waren die Zeugnisse der Vertreter der Gemeinschaft über das Blutvergießen und die Kultur des Hasses, aber auch über konkrete Antworten der Gemeinschaft für ein Zusammenleben im Respekt vor dem Glauben des anderen. 
 
In dieser Hinsicht ist die von der Gemeinschaft Sant'Egidio gegebene Antwort der Schule des Friedens wichtig, denn sie sind Orte der Erziehung zum Zusammenleben und Respekt in einem Land, in dem die gewalttätige Sekte Boko Haram im Nordosten aktiv ist, die wörtlich heißt: Westliche Erziehung ist verboten. Sie richtet sich nämlich gegen die Vorstellung von der Erziehung und überfällt häufig Schulen.
 
Bei einem herzlichen Treffen mit Erzbischof Ignazio Kaigama von Jos, dem Vorsitzenden der nigerianischen Bischofskonferenz, wurden verschiedene Wege zum Ausweg aus der Krise besprochen. Es wurde auch an Bischof James Daman von Shendam in Plateau erinnert, einem Freund der Gemeinschaft, der vor zwei Wochen einer plötzlichen Erkrankung erlegen ist. 
 
Am Samstag folgte der Besuch in Lagos, einer Megastadt mit über zwanzig Millionen Einwohnern, die auf Seen oder Lagunen errichtet wurde. "Lagos" heißt See in der Sprache der ersten Kolonialherren aus Portugal. Bei den offiziellen Begegnungen, beispielsweise mit dem Oba - einem traditionellen König mit großen Einfluss in der nigerianischen Kultur - und mit Erzbischof Afewale Martins wurde über den Aufbau einer Kultur des Zusammenlebens in den großen Megastädten des 21. Jahrhunderts gesprochen. 
 
Im Stadtviertel Makoko, einer riesigen auf Wasser gebauten Bidonville, traf Marco Impagliazzo Straßenkinder, um die sich die Gemeinschaft kümmert, und alte Menschen, für die die Gemeinschaft ein Netzwerk der Freundschaft und Solidarität aufgebaut hat.
Beim anschließenden Treffen mit den Gemeinschaften von Lagos und Ibadan hat Marco Impagliazzo einen weiteren Weg zur Berufung der Gemeinschaft von Lagos hinzugefügt, das aus Inseln und Halbinseln besteht, nämlich die Berufung, Brücken zwischen verschiedenen Welten zu bauen.
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