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7 April 2014

Ruanda 20 Jahre nach dem Genozid: Aufbau einer Kultur des Zusammenlebens, damit sich so etwas niemals wiederholt

Ein Artikel von Andrea Riccardi in Famiglia Cristiana

 
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20 Jahre sind seit dem Genozid in Ruanda vergangen. Am 6. April 1994 wurde das Flugzeug von Präsident Habyarimana von Hutu-Extremisten abgeschossen. Das war der Beginn des Massakers, das bis Mitte Juli des Jahres andauerte. Einhundert schreckliche Tage mit über einer Million Opfern, überwiegend Tutsis, bei einer Bevölkerung von etwas mehr als sieben Millionen. Es war der Genozid an den Tutsis. Sie sollten ausgerottet und vernichtet werden.

In jenen Tagen hämmerten das Radio der Tausend Hügel und andere Privatsender mit Todesbotschaften und Anweisungen auf die Mörderbanden der Interahamwe ein. Es muss getötet werden! Sofort! Die ruandischen Truppen unterstützten das systematische Massaker. Es war ein kollektiver Wahn von mörderischem Hass.

Die Hutus lebten in normalen und guten Beziehungen mit den Tutsifamilien zusammen, doch plötzlich gingen sie auf ihre Nachbarn von der anderen Ethnie los und töteten. Die Hutu- und Tutsikinder hatten bis zu dem Tag zusammen gespielt. Dann tat sich ein Abgrund auf. Normale Menschen verwandelten sich angetrieben von einer wahnsinnigen Propaganda in Mörder. Die Hutus waren davon überzeugt, dass die Tutsis vernichtet werden müssen, um nicht selbst von ihnen vernichtet zu werden. Diese sinnlose Überzeugung kostete Hunderttausenden das Leben in einhundert schrecklichen Tagen.

Ein Glaube wurde durch diese Tatsachen in Frage gestellt. Dieser Genozid geschah im Herzen Afrikas in einem sehr katholischen Land (ca. 80% der Bevölkerung). Währenddessen fand in Rom die Synode der afrikanischen Bischöfe über die Evangelisierung statt: Dieser Genozid stellte den Katholizismus im Land grundlegend in Frage. Johannes Paul II. prangerte ihn an und flehte die Betroffenen an, doch vergeblich. Hutus und Tutsis sind katholisch. Sie unterscheiden sich überhaupt nicht, nicht einmal in der Sprache. Ein Hutu (Mörder) berichtet: "Einmal haben wir eine Gruppe Tutsis in einem Papierhaufen aufgespürt. Betend erwarteten sie die Hiebe der Macheten... wir verspotteten sie im Hinblick auf den guten Herrn, wir machten Späße über das Paradies, das sie erwartete".

Ich habe in Kigali das Memorial Centre besucht, ich habe die Särge der Ermordeten mit den Bildern von zahlreichen Horrortaten gesehen. Man liest die Namen der ermordeten Tutsikinder mit Informationen über ihre Spiele und ihre Hobbys. 400.000 Waisen haben überlebt. Ganze Familien wurden vernichtet. Der Sieg von Kagame bot dem Genozid Einhalt und hat das Land zur Stabilität geführt. Immer noch spürt man die schlimmen Wunden.

Der 6. April ist nicht nur ein Tag des offiziellen Gedenkens, sondern der Tag einer tiefen nationalen Trauer. Dieser Tag birgt eine Frage in sich: Kann so etwas erneut geschehen? Die Geschichte ist manchmal voller bitterer Überraschungen. Prävention ist notwendig, indem man eine Gesellschaft mit einem wirklichen Zusammenleben aufbaut. Nicht nur in Ruanda, sondern überall.


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